Janna stellt sich vor

Was die Gewaltfreie Kommunikation in mein Leben gebracht hat und was ich heute damit tun möchte

Durch die Gewaltfreie Kommunikation habe ich gelernt, mich wirklich bewusst lebendig zu fühlen. Vor allem habe ich verstanden, dass ich es bin, die auf vielen Wegen dafür sorgen kann, mein Leben erfüllter zu gestalten, wenn ich es nach meinen Werten und Bedürfnissen ausrichte. Für mich ist die Haltung der Gewaltfreien Kommunikation, so wie ich sie in meiner Ausbildung bei Teresa Heidegger und Tatjana Wolf (gewaltfrei glücklich) vertieft habe, ein Augenöffner für meine eigene Lebensgestaltung geworden. Und es war die beste Entscheidung, die ich treffen konnte, daran zu glauben, dass Menschen immer das Beste tun, was ihnen gerade möglich ist und mir damit ein Denken jenseits von Gut und Böse, jenseits von schwarz-weiß zu ermöglichen.

Erste Berührungspunkte mit der Gewaltfreien Kommunikation hatte ich während meiner Ausbildung zur Mediatorin bei Monika Oboth (ebenfalls GFK-Trainerin) und Jörg Schmidt. Die Gewaltfreie Kommunikation als Grundlage für die Lösung von Konflikten zu nutzen, hat für mich sofort großen Sinn gemacht. Damit war der Stein für eine neue Perspektive auf Konflikte gelegt: Empathie zu geben und zu bekommen und einander wirklich zu sehen in/nach einem Konflikt, ist für mich der Schlüssel zur Versöhnung geworden.

Mir war es immer schon ein Anliegen, Dinge, die mich begeistern und bereichern, mit anderen zu teilen und meine Begeisterung und mein Wissen weiterzugeben. Die Themen persönliche Entwicklung und das Verhältnis von Lehren und Lernen haben mich in den letzten Jahren viel beschäftigt. Wie wichtig Räume sind, in denen wir uns ohne Druck und Versagensängste wirklich weiterbilden und -entwickeln können, habe ich erst in meinen beiden „außerschulischen“ Ausbildungen erfahren. Ich habe mich früher häufig selbst in Frage gestellt, wenn ich in der Schule oder an der Uni wie blockiert auf der Schulbank oder im Hörsaal saß und die Prüfungsfragen nicht mehr verstand. Auf die Idee, dass es auch an den Strukturen von Bildungseinrichtungen liegen kann, die freudvolles Lernen beeinträchtigen, kam ich nicht.

Ich möchte gemeinsam mit anderen Menschen genau diese Räume schaffen, in denen wir mit Freude und Leichtigkeit lernen und zur Ruhe kommen. In denen wir miteinander in Verbindung sein und uns zeigen können. Ich möchte einen Ort gestalten, an dem wir aus dieser Energie heraus den Mut haben, ehrlich über unsere Bedürfnisse und Gefühle zu sprechen, unsere Fragen zu stellen, uns auszuprobieren und miteinander wertschätzend und einander wirklich zuhörend ins Gespräch zu kommen. Den eigenen Schmerz aber auch die eigene Kraft und Energie zu erleben, das ist es, was in diesen Räumen stattfinden kann – und was auch für mich unendlich heilsam war und immer noch ist.

Von meiner Ausbildung her bin ich Literatur-, Sprach- und Kulturwissenschaftlerin / Anthropologin – alles Themen, die in meinen Augen eng mit der Gewaltfreien Kommunikation verknüpft sind. Ich arbeite derzeit in einer Nothilfe- und Menschenrechtsorganisation.

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